Volksleiden Rückenschmerzen – was Sie wissen sollten
Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Fast jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens davon betroffen – manche nur für wenige Tage, andere über viele Jahre hinweg. Für viele sind die Schmerzen belastend im Alltag, für die Gesellschaft sind sie ein enormer Kostenfaktor.
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Ursachen von Rückenschmerzen
Rückenschmerzen entstehen selten durch eine einzelne Ursache. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen.
Körperliche Ursachen
Muskuläre Verspannungen durch Bewegungsmangel, Fehlhaltung, zu langes Sitzen
Bandscheibenverschleiß oder Abnutzung der kleinen Wirbelgelenke
Übergewicht als zusätzliche Belastung
Fehlbelastung durch schweres Heben oder monotone Tätigkeiten
Verletzungen oder akute Blockierungen (z. B. Hexenschuss)
Verschleiß (auch die Wirbelsäule altert, wie alles im Körper!)
Psychische und soziale Ursachen
Dauerstress, seelische Belastungen oder Konflikte
Depressionen oder Angststörungen
Unzufriedenheit am Arbeitsplatz oder Überlastung im Beruf
Fehlende Erholung, Schlafstörungen
Rückenschmerzen sind also nicht nur ein orthopädisches Problem, sondern betreffen den ganzen Menschen – körperlich, seelisch und sozial.
Rückenschmerzen als wirtschaftliches Problem
Rückenschmerzen sind nicht nur individuell belastend, sondern auch ein großes gesellschaftliches Thema:
Sie gehören zu den häufigsten Gründen für Krankschreibungen in Deutschland.
Millionen Arbeitsunfähigkeitstage entstehen jedes Jahr durch Rückenleiden.
Rückenschmerzen sind eine der häufigsten Ursachen für Frühberentung.
Die direkten Behandlungskosten und indirekten Kosten durch Arbeitsausfall belaufen sich auf Milliarden Euro jährlich.
Damit zählen Rückenschmerzen zu den teuersten Volkskrankheiten unserer Zeit.
Was kann man tun?
Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen ist keine Operation notwendig. Rückenschmerzen bessern sich bei konsequenter konservativer Behandlung oft deutlich.
Bewährte Maßnahmen:
Aufklärung: Verständnis über den harmlosen Charakter der meisten Rückenschmerzen nimmt Angst und reduziert Schonverhalten.
Eigene Übungen: gezielte Kräftigungs- und Dehnübungen, die wir Ihnen in unserer Praxis zeigen können.
Bewegung & Sport: Regelmäßige Aktivität wie Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren, Yoga oder Rückenschule.
Medikamente (kurzfristig): Schmerzmittel wie Ibuprofen können helfen, eine Schonhaltung zu vermeiden. Eine Daueranwendung ist nicht empfohlen.
Physiotherapie: Gezielte Anleitung zur aktiven Kräftigung und Mobilisation.
Was wir in unserer Praxis nicht tun – und warum
Keine Spritzen in den Muskel (Kortison oder Schmerzmittel):
Früher war dies eine gängige Behandlung, heute gilt sie als medizinisch überholt.
Der Nutzen ist gering, die Risiken (Infektionen, Gewebeschäden, Nervenschädigungen) sind vorhanden.
Nach aktuellem Stand kann eine intramuskuläre Injektion ohne eindeutige Indikation sogar als ärztlicher Kunstfehler gewertet werden.
Wir halten uns daher bewusst an die aktuellen Leitlinien – zu Ihrem Schutz.
„Red Flags“ – wann ist Rückenschmerz gefährlich?
In der überwiegenden Zahl der Fälle sind Rückenschmerzen harmlos und vorübergehend. Es gibt jedoch Warnsignale, die sofort abgeklärt werden müssen. Diese nennt man Red Flags:
Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen in den Beinen, Kraftverlust, Koordinationsstörung
Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang
Starke, plötzlich einsetzende Schmerzen nach Unfall oder Sturz
Treten solche Symptome auf, muss sofort eine weiterführende Diagnostik erfolgen.
Warum nicht gleich Röntgen oder MRT?
Viele Patient:innen wünschen sich eine schnelle Bildgebung. Doch:
In den ersten 4 Wochen akuter Rückenschmerzen (ohne Red Flags) ist keine Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchung notwendig.
Der Grund: In der Mehrzahl der Fälle bessern sich die Beschwerden innerhalb dieser Zeit von selbst oder durch einfache Maßnahmen.
Bildgebende Verfahren zeigen häufig zufällige Befunde (z. B. Bandscheibenvorwölbungen), die gar nicht Ursache der Schmerzen sind – dies kann unnötige Sorgen oder sogar unnötige Operationen nach sich ziehen.
Deshalb gilt die klare Empfehlung: erst ab 4 Wochen anhaltender Beschwerden oder beim Vorliegen von Red Flags ist eine erweiterte Diagnostik sinnvoll.
Fazit
Rückenschmerzen sind weit verbreitet – aber meist nicht gefährlich. Das Wichtigste ist, aktiv zu bleiben, Schonung zu vermeiden und den Rücken langfristig durch Bewegung, Kräftigung und Stressabbau zu stärken.
Wir in unserer Praxis begleiten Sie mit Aufklärung, physiotherapeutischer Unterstützung und, wenn notwendig, kurzfristiger medikamentöser Behandlung. Operationen oder invasive Verfahren sind in den meisten Fällen nicht erforderlich.
Ihr Rücken braucht Bewegung – nicht Spritzen oder vorschnelle Operationen.
Bleiben Sie gesund!
Ihr Team der Praxis West
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