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Affenpocken – Allgemeine Impfung noch nicht empfohlen

Die aktuelle Verbreitung von Affenpocken in Deutschland sollte vorerst kein Grund zu extremer Besorgnis sein.

Bisher wird empfohlen, vorwiegend besondere Risikogruppen vor einer Infektion mit Affenpocken zu schützen. Schwerwiegende Krankheitsverläufe treten unter Umständen bei folgenden Bevölkerungsgruppen auf (diese sollten besonders geschützt werden): Neugeborene, Schwangere, alte Menschen und Menschen mit bekannter Immunschwäche. Bei diesen können Komplikationen wie Hautinfektionen, Lungenentzündung, Verwirrtest und Augeninfektionen auftreten.

In Zentral- und Westafrika haben Infektionen mit dem Affenpocken-Virus laut WHO in den letzten Jahren 3-6% der gemeldeten Fälle zum Tode geführt (hier sind v.a. Kinder verstorben).

Wie kann ich mich vor einer Infektion schützen?

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und nur bei engem Kontakt möglich. Sie kann durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten und den typischen Hautveränderungen (Pockenläsionen), z.B. Bläscheninhalt, Schorf, der Affenpocken-Infizierten stattfinden, unter anderem auch im Rahmen sexueller Aktivitäten. In den Hautveränderungen befinden sich besonders hohe Viruskonzentrationen. Eine Übertragung ist jedoch auch bereits bei Auftreten noch unspezifischer Symptome (wie z.B. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen) und noch vor Auftreten der Hautläsionen bei Face-to-Face-Kontakt durch ausgeschiedene Atemwegssekrete möglich. Auch über Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Gegenstände wie Essgeschirr, die durch den Kontakt mit einer infizierten Person mit dem Virus kontaminiert wurden, können andere sich infizieren.

Unsere Empfehlung

Wachsam sein und Abstand halten! Bei unvermeidbar engen gesellschaftlichen Kontakten Maske tragen! Daran denken, dass es noch Corona gibt und hier ebenfalls das Vermeiden enger gesellschaftlicher Kontakte vor Infektionen schützen kann!

Und nicht vergessen: MASKE TRAGEN!

Bin ich vor einer Affenpocken-Infektion durch eine frühere Impfung gegen Pocken geschützt ?

Aufgrund der Ähnlichkeit der Viren schützen Impfstoffe, die zum Schutz vor den echten Pocken (Variola) entwickelt wurden, auch vor Affenpocken. Die Pflicht zur Erstimpfung wurde in der BRD 1976 und in der DDR 1982 aufgehoben.

Wer sollte eine Impfung erhalten?

Der Impfstoff Imvanex® ist zunächst nur sehr eingeschränkt verfügbar und sollte gemäß der aktuellen Empfehlung des RKI nur folgenden Bevölkerungsgruppen verabreicht werden:

  1. nach erfolgtem und nachgewiesenem Kontakt mit einer infizierten Person/infiziertem Material zum Schutz vor einer Infektion
  2. zum Schutz vor einer Infektion: a) bei Männern, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. b) bei Personal in Speziallaboratorien mit Tätigkeiten in Zusammenhang mit infektiösen Laborproben
  3. Impfung: 2 Impfstoffdosen im Abstand von mehr als 28 Tagen (Imvanex® ist nur bei Personen über 18 Jahren zugelassen!). Bei Personen die bereits in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft wurden, reicht eine Impfstoffdosis aus.

Was tun bei Verdacht auf eine Affenpocken-Infektion?

Erste Symptome der Krankheit sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Einige Tage nach dem Auftreten von Fieber entwickeln sich Hautveränderungen, welche sich beginnend von einem Fleck bis zur Pustel (Flüssigkeits-gefüllte Blase) bis hin zu einer Verkrustung entwickeln. Der Ausschlag konzentriert sich in der Regel auf Gesicht, Handflächen und Fußsohlen. Die Haut- und Schleimhautveränderungen können auch auf dem Mund, den Genitalien und den Augen gefunden werden.

Wenden Sie sich bei Verdacht auf eine Infektion an die Ärztin/den Arzt Ihres Vertrauens.

Wurde eine Affenpocken-Infektion bei Ihnen bestätigt, so begeben Sie sich in häusliche Isolation. Eine Impfung sollte bei einer nachgewiesenen Infektion erwogen werden.

Informationen zur Absonderung / Isolierung bei Infektion finden sie hier:

Besonders Interessierte finden hier weitere Informationen: