• 22 JUN 16
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    Reiseimpfung: Gelbfieber – aktuelle Meldungen

    Brasilien
    Einreiseimpfvorschrift: Aufgrund der anhaltenden Gelbfieber-Ausbrüche in Angola und der Demokratischen Republik Kongo werden ab Juli dieses Jahres die Einreiseimpfvorschriften vorübergehend verschärft. Eine Gelbfieber-Impfbescheinigung ist bei Einreise und auch bei Zwischenstopp oder Umstieg (Transitverkehr) in einem der beiden Länder erforderlich. In einigen Teilen Brasiliens besteht ebenfalls ein Infektionsrisiko. Eine Impfung ist deshalb für Reisende in die entsprechenden Gebiete empfehlenswert.
    Peru
    Gelbfieber: In diesem Jahr wurden bis Anfang April landesweit 54 Infektionen gemeldet, 7 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen ist die Region Junin. Im vergangenen Jahr wurden landesweit insgesamt nur 17 Erkrankungen gemeldet, 2014 waren es 15. Impfschutz beachten

    Was ist Gelbfieber und warum sollte ich mich impfen lassen?

    Gelbfieber ist eine akut lebensbedrohliche Infektionskrankheit, welche bei un-günstigem Verlauf tödlich endet. Übertragen wird das Gelbfiebervirus durch Mücken. Dieser Virus kommt in bestimmten tropischen Regionen in Südamerika und Afrika vor, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Gelbfieberverbreitungszonen deklariert wurden. In Gebieten mit Vorkommen von Gelbfieber ist eine Übertragung in ländlichen aber auch in städtischen Regionen möglich. Zu Ihrem persönlichen Schutz ist es notwendig, sich spätestens 10 Tage vor Einreise in diese Gebiete gegen Gelbfieber impfen zu lassen. Daneben verlangen viele Länder die Vorlage einer international gültigen Bescheinigung (Impfpass) über eine Gelbfieberimpfung, wenn Sie aus einem der Länder mit Gelbfieberinfektionsgebieten einreisen wollen.

    Aufgrund neuer Impfdaten und Erkrankungszahlen wurde von der WHO im Mai 2013 mitgeteilt, dass die einmalige Gelbfieberimpfung, die bisher alle 10 Jahre aufgefrischt werden musste nun einen lebenslangen Schutz bieten würde. Reisende sollten jedoch beachten, dass sich die Einreisevorschriften von Ländern mit Gelbfieber-Impfpflicht trotz der aktualisierten Impfempfehlung der WHO, voraussichtlich vorerst nicht ändern werden.

     

     

    So verläuft eine Gelbfieberimpfung:

    Die gut wirksame und im allgemeinen gut verträgliche Impfung erfolgt mit einem sog. „Lebend-Virusimpfstoff“, d.h. abgeschwächte Gelbfieber-Impfstoffviren werden unter die Haut des Oberarmes gespritzt. Während der ersten 2-7 Tage nach der Impfung kommt es zu einer Vermehrung der Impfviren, wodurch Ihr Immunsystem zur Bildung von Abwehrstoffen (Antiköprer) angeregt wird. 10 Tage nach der Impfung verfügen Sie über einen wirksamen Impfschutz gegen die Gelbfiebererkrankung, der mindestens 10 Jahre anhält.

    Die Gelbfieberimpfung können Sie nach Terminvereinbarung über unsere Online-Terminvergabe oder telefonischer Rücksprache auch kurzfristig in unserer Praxis durchführen lassen. Den Impfstoff bevorraten wir in der Praxis- Sie müssen diesen nicht extra in einer Apotheke abholen.

     

    Mögliche Reaktionen nach der Impfung:

    Bei 20-25 % der Geimpften kommt es innerhalb von 1-3 Tagen nach der Impfung, selten länger anhaltend, zu einer Lokalreaktion an der Impfstelle mit einer geringen Rötung, Schwellung oder zu leichten Schmerzen, teilweise mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten und zu Kopfschmerzen. Bei bis zu 10 % kommt es innerhalb von 4-7 Tagen nach der Impfung zu grippeähnlichen Symptomen wie leichtem Fieber, Abgeschlagenheit, Gelenk- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, gelegentlich auch zu Bauchschmerzen. In der Regel klingen diese Impfreaktionen rasch und folgenlos wieder ab und machen keine ärztliche Behandlung erforderlich.

    In den letzten Jahren wurden in einer Größenordnung von 2,1 – 2,3 auf 100.000 verabreichter Impfungen im Zusammenhang mit der Impfung schwere neuro- und/oder viszerotrope Nebenwirkungen beschrieben, letztere endeten in mehr als der Hälfte tödlich (Daten von US-Reisenden). Für die Ursache sind nach heutigem Kenntnisstand Wirtsfaktoren verantwortlich. Das Risiko, das nach bisherigen Erfahrungen auf die Erstimpfung beschränkt ist, steigt im höheren Lebensalter (> 60 Jahre) sowie bei gestörter Immunkompetenz deutlich an.

    Bei Allergien, speziell gegen Hühnereiweiß oder andere Bestandteile des Impfstoffes können Minuten bis Stunden nach der Impfung allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht, Schleimhautschwellungen im Rachen mit Luftnot und evtl. Schockzustände auftreten. Allergische Spätreaktionen mit unterschiedlichen Hauterscheinungen oder Schmerzen in Muskeln und Gelenken sowie noch seltener Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten) mit Blutungsneigung können bei geimpften Personen mit besonderer Allergieneigung bis zu 2 Wochen nach der Impfung auftreten. Sehr selten kam es nach

    der Erstimpfung zu einer Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute oder einer schweren gelbfieberartigen Erkrankung anderer Organe.

     

    Insgesamt sind weltweit ca. 30 Fälle mit schweren Nebenwirkungen und 17 Todesfälle bei über 400 Millionen Geimpften aufgetreten. In Deutschland sind bisher keine Todesfälle berichtet worden. Da das Risiko für schwere Nebenwirkungen bei älteren Personen erhöht zu sein scheint, sollten – laut Gebrauchsinformation des Gelbfieberimpfstoff-Herstellers zu STAMARIL®, Erstimpfungen bei Personen über 60 Jahren nur durchgeführt werden, wenn ein hohes und unvermeidbares Risiko einer Gelbfieber-Infektion vorliegt. Gehören Sie zu dieser Gruppe, besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt.

     

    Gebrauchsanleitung von STAMARIL® (Gelbfieberimpfstoff):

    „Personen ab 60 Jahren scheinen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von einigen schweren, jedoch seltenen Nebenwirkungen (Enzephalitis, neurologische Nebenwirkungen) nach Verabreichen des Gelbfieberimpfstoffes zu haben…deshalb sollten Personen über 60 Jahre nur geimpft werden, wenn ein erhebliches und unvermeidbares Risiko einer Infektion mit dem Virus vorliegt“.

     

    Da bei einigen Impflingen mit schweren Nebenwirkungen organische oder funktionelle Thymuserkrankungen vorlagen, sollte dies als zusätzliches Risiko für schwere Nebenwirkungen berücksichtigt werden.

     

    Eine Impfung sollte nicht durchgeführt werden bei akuten oder chronischen Infektionen, Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Multiple Sklerose), schweren Lebererkrankungen, hochgradigen Nierenerkrankungen (Dialyse), Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Hühnereiweiß oder Impfstoffbestandteile, Erkrankungen des körpereigenen Abwehrsystems (u.a. symptomatische HIV-Infektion oder HIV-Infektion mit einer Zahl von unter 20 Helferzellen/mm), immunsuppressiver Behandlung (z.B. systemischer Cortisontherapie (Tabletten oder Spritzen), oder anderen Immunsuppressiva wie z.B. Metothrexat bei Rheumaerkrankungen u.ä.), Strahlen- oder Chemotherapie, bestehender Schwangerschaft, gegenwärtiger Behandlung von Allergien durch Desensibilisierung, Zustand nach Thymusdrüsenentfernung oder –fehlfunktion und nicht bei Säuglingen unter 9 Monaten.

     

    Weitere Lebendimpfungen wie Mumps, Masern, Röteln und Windpocken können nur gleichzeitig oder im zeitlichen Abstand von 4 Wochen vor, bzw. nach der Gelbfieberimpfung gegeben werden. Andere Impfungen und auch die Gabe eines Immunglobulinpräparates (Antikörperpräparat z.B. zur Hepatitisvorbeugung) müssen dem Impfarzt mitgeteilt werden. Die Impfviren werden nicht auf Kontaktpersonen übertragen; die Impfung ist also für andere Familienangehörige ungefährlich, z.B. für eine in der Umgebung lebende Schwangere oder kleine Kinder.

     

    Falls einer der hier genannten Umstände auf Sie zutrifft oder Sie sich unsicher sind, ob Sie eine Gelbfieberimpfung erhalten dürfen, teilen Sie Ihre Zweifel dem Impfarzt mit.

     

    Verhalten nach der Impfung:

    Für die Dauer von 1 Woche nach der Impfung sollten Sie sich keinen starken körperlichen Anstrengungen aussetzen (Leistungssport, Operationen, Sauna) und Sonnenbäder sowie übermäßigen Alkoholgenuss vermeiden. Für 4 Wochen nach der Impfung dürfen Sie kein Blut spenden.

    Für die Dauer von 3 Monaten, mindestens jedoch für 4 Wochen nach der Impfung ist eine Schwangerschaft zu vermeiden. Eine Impfung in der Schwangerschaft oder eine Schwangerschaft nach der Impfung ist aber kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Während der Stillzeit sollte nicht geimpft werden.

    Sollten im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung Symptome auftreten, die Sie auf die Impfung zurückführen, konsultieren Sie einen Arzt.

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