• 10 MRZ 15
    • 0

    M.O.B.I.L.I.S. in Mayen – Bewegt Abnehmen!

    SWR 4 Interview zu MOBILIS

    Nach einem Jahr ganz schlank zu sein, wünschen sich (hoffentlich) 51% unserer Bevölkerung, denn so groß ist mittlerweile der Anteil der Übergewichtigen in Deutschland. Adipositas stellt laut WHO das am schnellsten wachsende Gesundheitsrisiko dar: 1,1 Milliarden Menschen sind derzeit übergewichtig, übrigens genauso viele, wie Hunger leiden. Leider haben viele Methoden zur Gewichtsabnahme nach aktueller Studienlage wenig Chancen, Menschen mit Übergewicht schnell schlank zu machen. Sei es das berühmte FDH ( „friss die Hälfte“ ), die Abnehmpille (es gab sie, musste jedoch wegen nicht zumutbarer und teils lebensbedrohlicher Nebenwirkungen vom Hersteller vom Markt genommen werden), weight-watchers oder Nahrungszusatzmittel auf Proteinbasis, die das Hungergefühl verringern. All diese Methoden haben einen geringen Effekt auf die Gewichtsabnahme und wenn, dann führen sie zum bekannten „Jo-Jo-Effekt“, also der raschen Gewichtsabnahme in wenigen Monaten mit der Folge einer überproportional hohen Gewichtszunahme nach ca. einem Jahr, das heißt die Menschen sind dann noch schwerer als zu demjenigen Zeitpunkt, als die den Entschluss gefasst haben, abnehmen zu wollen. Mit M.O.B.I.L.I.S. können sie bei hohem Motivationsgrad mit einer Gewichtsabnahme innerhalb des Jahresprogramms von maximal 10 % rechnen, bei einem Teilnehmer mit 100 kg, darf dieser also nach einem Jahr 90 kg auf der Wage ablesen. Ziel ist es deshalb,  gerade weil wir mittlerweile wissen, dass es einer langfristigen Lebensstilveränderung bedarf, die psychischen Hemmschuhe wegzuwerfen und uns alle mehr in die Bewegung zu bringen.

    M.O.B.I.L.I.S. heißt nicht nur auf lateinisch „beweglich“, die letzten drei Kürzel des Programms stehen auch für  „Lebensstiländerung in Selbstverantwortung“. Übergewichtige Menschen müssen sich demnach selbst motiviert für weitere Informationen entweder an die M.O.B.I.L.I.S.-Zentrale in Freiburg wenden  (auf der homepage von M.O.B.I.L.I.S. (www.mobilis-programm.de oder unserer Praxis unter www.praxiswest.de ) können Interessierte erste Informationen erhalten oder unter der hotline 0761-5039117 von montags bis donnerstags in der Zeit von 08:00 Uhr bis 17:30 Uhr sowie freitags von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr anrufen).

    Nach Prüfung der Eingangskriterien wird die Klärung der Kostenerstattung der zuständigen gesetzlichen Krankenversicherung durch M.O.B.I.L.I.S. vorgenommen. Erst dann kann eine Eintragung in die Warteliste erfolgen.

    Wir hoffen, dass wir noch in diesem Frühjahr mit der zweiten Gruppe starten können. Der Jahresplan für die Gruppe zur Koordinierung der insgesamt 60 Stunden, aufgeteilt in Bewegungseinheiten, psychologische Gruppensitzungen und Ernährungsberatungen wird zentral von M.O.B.I.L.I.S.  erstellt und auf die Bedürfnisse des Teams und der Teilnehmer vor Ort in Mayen zugeschnitten.

    Zunächst wird eine ärztliche Eingangsuntersuchung mit Blutabnahme und Ganzkörpercheck sowie ein Ruhe- und Belastungs-EKG in unserer Praxis erfolgen. Die Bewegungseinheiten werden durch Dipl.Sportlehrer Ralf Steinmetz vorwiegend im Freien aber auch in den Räumlichkeiten der Physikalischen Abteilung des Klinikums Mayen durchgeführt. Für die Theorieseminare stehen uns Vortragsräume in der Nähe unserer Praxis zur Verfügung.

    Da es sich hauptsächlich um ein Bewegungs-orientiertes Programm handelt, sollten die Teilnehmer in der Lage sein, mindestens 30 Minuten am Stück zügig zu gehen. Es werden aber auch Krafttrainingseinheiten im Fitnessbereich der physikalischen Abteilung durchgeführt.

    Als Einschlusskriterien gelten ein BMI (body mass index) von 30-40. Für eine Frau von 1,70 m Größe bedeutet dies, dass sie mindestens 89 kg wiegen muss und es zusätzlicher Kriterien bedarf, um an M.O.B.I.L.I.S. teilnehmen zu dürfen.

    Voraussetzungen für die Teilnahme:

     

    Das Team vor Ort in Mayen:

    • Dr.med. Patrick Kudielka, Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin, diabetologisch qualifizierter Arzt, Sportmedizin, Chirotherapie, Reisemedizin
    • Dr.med. Silke Orth, Fachärztin für Innere und Allgemeinmedizin, diabetologisch qualifizierte Ärztin, Ernährungsmedizin, Chirotherapie
    • Dipl. Päd. Konstantin Schroeder, Kinder- und Jugenstherapeut, systemischer Familientherapeut
    • Dipl. Sportlehrer Ralf Steinmetz, Sporttherapeut
    • Elena Sofianou-Schaefer, Dipl. Oekotrophologin, Ernährungsberaterin VDF, Personal Trainer

     

    In unserer hausärztlich-internistischen Gemeinschaftspraxis mit diabetologischem Schwerpunkt in Mayen sehen wir viele Folgeerkrankungen der Übergewichtigkeit – das hat uns mehr und mehr nachdenklich gestimmt. Wenn wir mit diesen Patienten im Rahmen von Gesundheitsuntersuchungen oder DMP-Programmen (disease-managament-programm) wie Diabetes oder KHK (koronare Herzerkrankung) das Problem der Übergewichtigkeit diskutieren, hören wir oft die Antwort: „ aber ich fühle mich doch wohl und habe keine Beschwerden“. Und genau dies stellt das Hauptproblem dar: Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und hoher Blutdruck, die im Rahmen der Übergewichtigkeit langfristig auftreten können, machen eben zunächst keine Symptome. Erst wenn die Patienten einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden, wundern sie sich, wie es dazu kommen konnte.

    Nach Auswertung von insgesamt 19 Langzeitstudien kommen Forscher in einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie zu der Schlussfolgerung, dass auch ein leichtes Übergewicht das Sterberisiko erhöht: im Verhältnis zu gesunden Erwachsenen mit Normalgewicht (BMI 20 bis <25) erhöht sich das Sterberisiko z.B. für Frauen mit einem BMI von 25 bis <30 um 13 Prozent, bei einem BMI von 30 bis < 35 steigt das Risiko für einen frühen Tod um 44 Prozent. Für den Gewichtsbereich mit einem BMI von 35 bis < 40 liegt das Sterberisiko bereits um 88 Prozent über dem von normalgewichtigen Personen. Für die extreme Adipositas mit einem BMI von 40 bis < 50 erhöht sich das Risiko für einen vorzeitigen Tod um 251 Prozent. Diese Ergebnisse basieren auf den Daten von insgesamt 1,46 Millionen Erwachsenen, die über einen Zeitraum von im Mittel 10 Jahren nachbeobachtet wurden.

    All das hat uns schon länger alarmiert, leider gibt es aber außer  M.O.B.I.L.I.S. nur sehr wenige funktionierende Gewichtsreduktionsprogramme, die von den Krankenkassen finanziert werden und auch eine langfristige Gewichtsabnahme garantieren.

    Wir würden uns freuen, Sie in unserer neuen Gruppe begrüßen zu dürfen!

    Hinterlassen Sie einen Kommentar →

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Abbrechen

Photostream