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    Grippeimpfstoff aktuell nicht lieferbar

    Sehr geehrte Patientinnen und Patienten, 

    leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass aktuell kein Grippeimpfstoff lieferbar ist. Wenn Sie sich bereits auf unserer Warteliste zu einem Grippe-Impftermin befinden, müssen Sie nichts weiter tun. Wir benachrichtigen Sie, sobald der Impfstoff wieder verfügbar ist (voraussichtlich Mitte November).

    In dieser Saison haben sich überdurchschnittlich viele Bürgerinnen und Bürger, Patientinnen und Patienten dazu entschlossen, eine Grippeimpfung durchführen zu lassen. Zudem wurde eine Grippeimpfung in diesem Jahr auch explizit für Kinder empfohlen. Bei Kindern müssen teilweise zwei Impfungen durchgeführt werden, was die insgesamt vorhandene Impfstoffanzahl zusätzlich verringert.

    Dies hat bei den Impfstoffherstellern zu Engpässen in der Produktion geführt. Trotzdem wir für unsere Praxis im Vergleich zu den Vorjahren dreimal so viel Impfstoff vorbestellt hatten, ist dieser aktuell nicht verfügbar.

    Unsere regelmäßigen Nachfragen bei den Apotheken sowie dem pharmazeutischen Großhandel konnten den Lieferengpass leider aktuell nicht verbessern.

    Auch wir sind von der aktuellen Situation überrascht worden. Wir hatten zeitnah zahlreiche zusätzliche Impftermine organisiert und Wartelisten geführt – nun müssen wir leider bereits vereinbarte Termine auf unbestimmte Zeit verschieben.

    Der Mangel an verfügbarem Impfstoff bezieht sich auch auf die Impfung gegen eine bakterielle Form der Lungenentzündung. Pneumovax beispielsweise ist bereits seit über drei Monaten kaum verfügbar und wird nur nach Vorbestellung und ausschließlich für Risikopatienten von den Apotheken selbst nach Wartelisten ausgegeben. Die Impfung gegen Lungenentzündung wurde von unserem Gesundheitsminister Herrn Jens Spahn zu Beginn der Corona-Pandemie intensiv beworben und von der Bevölkerung sehr zahlreich in Anspruch genommen. Dies hat daher ebenso rasch zu einem Impfstoffmangel geführt wie nun bei der Grippeimpfung. Die Impfstoffproduzenten orientieren sich an der Zahl der in den Vorjahren bestellten Impfstoffdosen und können Ihre Produktion nicht kurzfristig beliebig erweitern. Für Pneumovax führen wir daher ebenfalls eine Warteliste parallel zu den Apotheken.

    Informationen zum Impfstoffmangel können Sie auch hier erhalten: 

    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/heftige-kritik-an-spahns-aussagen-zum-grippeimpfstoff-121160/

    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/10/13/pei-bittet-grippeimpfstoff-engpaesse-zu-melden

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/116076/Kinderaerzte-empfehlen-Grippeschutzimpfung-fuer-Kinder

    Die Impfung gegen klassische Grippe (Influenza) erhält dieses Jahr eine ganz besondere Bedeutung. Durch die Corona-Pandemie können die Symptome bei Erkrankungen durch Erkältungsviren nicht mehr klar von einer Influenza (klassische Grippe) oder Corona-Virus-Infektion unterschieden werden. Zudem ist die Kombination aus einer Infektion mit Influenza-Viren (klassische Grippe) UND Covid-19 (Corona-Virus-Infektion) gefährlicher als an nur einer der beiden Virusinfektionen zu erkranken.

    Bislang wird die Grippeimpfung für Personen ab 60, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen und deren Angehörige im Haushalt, Heimbewohner, sowie exponierten Personen, etwa Gesundheitsberufe empfohlen.

    Trotz der Corona-Pandemie spricht sich die Ständige Impfkommission (STIKO) weiterhin für Grippeimpfungen vor allem für Risikogruppen aus. Der Fokus in der Grippesaison 2020/21 solle “klar auf Risikogruppen für schwere Krankheitsverläufe liegen”, schreibt das Gremium am Robert Koch-Institut (RKI) in einer am 30. Juli 2020 veröffentlichten Stellungnahme (Epid Bull 2020; 32/33: 28–30).

    Wir haben die Terminart „Grippeimpfung“ vorerst aus unserem Onlineterminplaner unter www.praxiswest.de herausgekommen, bis wieder ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen wird.

    Die Wirkung einer Grippeimpfung hält längstens 6 Monate an. Da man derzeit davon ausgehen muss, dass die diesjährige Grippesaison bis Anfang April 2021 andauern wird, ist ein verspäteter Impftermin für Sie aktuell nicht als Nachteil zu sehen.

    Vielen Dank für Ihr Verständnis, mit freundlichen Grüßen –

    Team Praxis West

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