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    Erkältungsinfekt – Grippewelle

    Husten, Schnupfen, Heiserkeit – was hilft gegen Erkältung? Informationen zu Ursachen, Symptomen, Dauer und Behandlung

    Was ist eine Erkältung?

    Bei einer Erkältung handelt es sich um eine Infektion der oberen Atemwege. Sie kann Halsschmerzen (Pharyngitis), Schnupfen (Rhinitis), Husten (Bronchitis) und Heiserkeit (im Rahmen einer Kehlkopfentzündung, der so genannten Laryngitis) sowie fast jede beliebige Kombination dieser Symptome zur Folge haben.

    Erkältungen treten vor allem im Herbst und Winter auf. Zwei bis vier Infekte pro Jahr sind für Erwachsene normal. Kinder können in zwölf Monaten durchaus acht bis zehn Mal von Husten und Schnupfen geplagt werden. Der Verlauf einer Erkältung ist sehr individuell. Als grobe Richtlinie gilt: Treten keine Komplikationen auf, sollten sich die Beschwerden nach drei bis sieben Tagen Dauer eigentlich bessern und nach zwei Wochen praktisch verschwunden sein. Abweichungen davon sind jedoch immer möglich.
    Wichtig: Viele Betroffene und Ärzte sprechen von einem grippalen Infekt, wenn sie eine Erkältung meinen. Da die Erkältung nichts mit der echten Virusgrippe (Influenza) zu tun hat, ist das irreführend.

     

    Therapie

    Da es kein Medikament gibt, das die eigentlichen Verursacher der Erkältung, die Viren, bekämpft, dauert die Erkrankung mit oder ohne Behandlung meist 7-10 Tage lang.

    Bei Erkältungen und verschleimten Atemwegen gilt generell: viel Trinken. Das macht den Schleim flüssig und lässt ihn leichter abfließen. Feuchte Tücher über der Heizung sorgen für eine feuchte, reizarme Luft, die entzündete Schleimhäute schont.

    Ruhe und Schlaf führen bei Erkältungskrankheiten am schnellsten zur Erholung. Nicht alle Erkrankten wollen jedoch bei einer fiebrigen Erkältung im Bett liegen. Manchmal sind sie trotz Krankheit sehr munter. Eltern können bei Kindern darauf vertrauen, dass ein Kind, das sich krank fühlt, sich auch freiwillig hinlegt. Will das Kind spielen und herum laufen, bringt schon ein ruhiger Tagesablauf die erforderliche Erholung.

    Allgemein ist es sinnvoller, das jeweilige Hauptsymptom einer Erkältungskrankheit mit einem spezifischen Medikament zu behandeln und auf Kombinationspräparate zu verzichten. In Apotheken und Drogerien ist eine Vielzahl von Mitteln rezeptfrei erhältlich.

    Erleichterung bei Schnupfen schaffen Arzneimittel, deren Wirkstoffe die Nasenschleimhaut abschwellen lassen, indem sie dazu führen, dass sich die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut verengen (Spray, Tropfen, Gel). Dosiersprays haben den Vorteil, dass sie eine genaue Wirkstoffmenge in die Nase abgeben und dass der Wirkstoff sehr gut im Naseninnenraum verteilt wird.Durch das Abschwellen der Nasenschleimhaut werden auch die Ausführungsgänge zu den Nebenhöhlen frei. Das in den Nebenhöhlen gebildete Sekret kann so leichter abfließen, die Gefahr einer Nasennebenhöhlenentzündung vermindert sich.

    Was unterscheidet eine echte Grippe von einer Erkältung?

    Leider ist die Abgrenzung nicht immer ganz einfach. Bei einer Influenza treten die Krankheitszeichen meist ganz plötzlich auf. Abgeschlagenheit und Müdigkeit sind deutlich ausgeprägter als bei einer normalen Erkältung. Daneben kommt es oft zu starken Kopf- oder Gliederschmerzen. Ein Hinweis auf eine echte Grippe ist auch hohes Fieber (mindestens 38,5°C, oftüber40°C).
    Wann zum Arzt?

    Sie müssen nicht mit jeder Erkältung zum Arzt gehen. In folgenden Fällen ist das jedoch ratsam:

    • Wenn Sie eine offizielle Krankmeldung für den Arbeitgeber benötigen (meist ab dem dritten, gelegentlich aber auch schon ab dem ersten Fehltag erforderlich)
    • bei Atemnot (kann auf eine Lungenentzündung hinweisen und erfordert rasche Behandlung)
    • wenn ein Säugling Fieber hat oder bei hohem Fieber (mehr als 39°C) bei Erwachsenen: stark erhöhte Temperatur kann ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion sein
    • bei starken Hals- oder Ohrenschmerzen: Diese Beschwerden können auf eine eitrige Mandel- beziehungsweise Mittelohrentzündung hindeuten
    • bei starken Schmerzen
    • wenn Sie sehr müde und abgeschlagen sind (möglicherweise ein Hinweis auf eine echte Virusgrippe)
    • wenn sich die Beschwerden nach sieben Tagen nicht gebessert haben
    • wenn Husten oder Heiserkeit über mehr als zwei Wochen hinweg bestehen

     

    Krankmeldung und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

    Arbeitnehmer müssen eine Erkrankung unverzüglich am ersten Tag bei ihrem Arbeitgeber bekannt geben. Die Krank-Meldung (also formlose Mitteilung einer Erkrankung) kann

    • telefonisch,
    • per Fax oder E-Mail
    • oder durch Mitteilung Dritter erfolgen.

    Als Faustregel galt bislang, dass eine Krankschreibung (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung/AU) durch den Arzt erst am dritten Tag der Erkrankung vorgelegt werden musste. Im November 2012 entschied das Bundes-Arbeitsgericht: Arbeitgeber dürfen auch schon am ersten Tag einer Erkrankung eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch den Arzt verlangen.

     

    Wann AU beim Arbeitgeber vorlegen?

    Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder Arbeitnehmer bereits am ersten Tag einer Erkrankung zum Arzt gehen muss und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zum Arbeitgeber bringen muss. Galt bislang die 3-Tage Regelung, gilt diese auch weiterhin. So muss ein Attest vom Arzt erst am 4. Krankheits-Tag beim Chef vorliegen. Es sei denn, im Vertrag ist ein kürzerer Zeitraum vereinbart.

    In besonderen Fällen kann der Arbeitgeber gleich am ersten Tag einer Erkrankung einen Nachweis vom Arzt verlangen. Sowohl bei einer Krank-Meldung mit Attest als auch bei Krank-Meldungen ohne Attest ist der Arbeitnehmer nicht dazu verpflichtet, dem Arbeitgeber eine Auskunft über die Art der Krankheit zu geben. Anders verhält es sich aber bei einer Erkrankung, die Ihre Arbeit erschwert oder sogar unmöglich macht.

     

    Wieder Arbeiten gehen trotz Krankschreibung?

    Arbeitnehmer, die sich wieder fit fühlen und früher als erwartet wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren wollen, benötigen keine Gesundschreibung/Aufhebung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz gilt auch in diesen Fällen.

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